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Spotlight Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Mit unserem Spotlight machen wir Vereine und Initiativen aus dem Landkreis Miesbach sichtbar, die sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Jeden Monat stellen wir ein Engagement vor und geben Einblicke in die Menschen und Ideen, die dahinterstehen.

Spotlight 02 - Nachhaltigkeit

Wirkstatt Oberland e.V.
Vorstand Wirkstatt Oberland_edited_edite

Die Wirkstatt Oberland ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Weyarn, der Nachhaltigkeit im Landkreis nicht nur diskutiert, sondern aktiv vorantreibt. Seit Juli 2020 ist der Verein eigenständig organisiert. Zuvor arbeitete er unter dem Dach von KulturVision e.V. Die Initiative wurde im September 2017 von Anschi Hacklinger gemeinsam mit Monika Ziegler im Rahmen von „Anders wachsen“ ins Leben gerufen. Von Beginn an war die Idee, Menschen aus dem Landkreis zusammenzubringen, die nicht nur über

Anschi Hacklinger (1. Vorsitzende) und Lea Sabaß (2. Vorsitzende)

Nachhaltigkeit sprechen, sondern konkrete Projekte umsetzen. Aus ersten Treffen und Ideensammlungen entstanden Initiativen, die bis heute bestehen und weiterentwickelt werden.

Das Motto „Ideen säen - Pragmatisch handeln“ steht dabei für eine klare Haltung: Es geht darum, kleine Schritte zu wagen und Ideen in die Tat umzusetzen, statt bei einem „man könnte“ stehen zu bleiben. Jede und jeder kann sich je nach Zeit, Energie und Interesse einbringen. Wer eine Idee hat, findet im Verein Unterstützung, um daraus ein konkretes Projekt zu machen.

Heute zählt die Wirkstatt Oberland rund 50 Mitglieder, von denen etwa 20 sich regelmäßig aktiv engagieren. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Euro und ist bewusst niedrig gehalten, um allen Interessierten den Zugang zu ermöglichen.


Für unser Spotlight wollten wir mehr darüber erfahren, wie die Projekte entstehen und was die Wirkstatt antreibt. Deshalb trafen wir uns in der WeyHalla in Weyarn mit Anschi Hacklinger, 1. Vorsitzende, und Lea Sabaß, 2. Vorsitzende. Im Gespräch ging es um konkrete Nachhaltigkeit im Alltag, um Kooperationen im Landkreis und um die Frage, wie Engagement möglichst niedrigschwellig möglich wird.

 

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Detailansicht Verschenk-Regal in Weyarn

1. Wer seid ihr in drei Worten?

Die Wirkstatt Oberland beschreibt sich als: Nachhaltig. Pragmatisch. Ideenforum.


Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen und soll den Alltag erleichtern, zum Beispiel mit dem Breznbeutel statt Einwegtüte oder dem Verschenk-Regal für gut erhaltene Dinge. Die Wirkstatt schafft einen Raum, in dem Menschen Ideen ausprobieren und gemeinsam etwas bewegen können.

2. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euch ganz konkret?

Nachhaltigkeit zeigt sich bei der Wirkstatt vor allem im konkreten Tun. Aus Ideen entstehen konkrete Projekte, die im Alltag ansetzen und Ressourcen schonen.

Ein zentrales Beispiel ist das Foodsaving. Die Wirkstatt arbeitet mit dem Edeka in Weyarn zusammen und holt dort regelmäßig Obst und Gemüse ab, das sonst entsorgt werden würde. Die Lebensmittel werden weitergegeben und genutzt. 

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Breznbeutel Detailansicht

Aus dem Wunsch, Verpackungsmüll zu reduzieren, entstand 2017 der Breznbeutel. Der wieder-verwendbare Stoffbeutel dient als Alternative zur Papiertüte und soll dazu anregen, auch bei kleinen Alltagsentscheidungen nachhaltiger zu handeln.

Im Rahmen des Klimafrühlings wurde 2019 der MiaschBurger entwickelt, eine vegetarische Alternative zur klassischen Leberkässemmel. Produziert wird er in den Oberlandwerkstätten. Erhältlich ist er im LAVLI in Miesbach sowie im Biotop-Hochpunkt in Lenggries. 

Auch gemeinschaftliche Formate gehören dazu. Bei der Radl-Kultour, organisiert mit der ADFC-Ortsgruppe Miesbach, werden Radfahren und Kultur miteinander verbunden. In der Community Kitchen wird gemeinsam mit der Tagesstätte „EinLaden“, einem Caritas-Projekt für Menschen mit psychischen Problemen, mit geretteten Lebensmitteln gekocht. Beim Klima-Dinner, das zum Beispiel im vergangenen Jahr im Bunten Haus stattfand, entsteht aus geretteten Lebensmitteln ein vegetarisches Überraschungsmenü.

Diese Projekte stehen beispielhaft dafür, wie die Wirkstatt Nachhaltigkeit konkret und alltagstauglich umsetzt.

3. Was würde fehlen, wenn es euer Engagement nicht gäbe?

Ohne die Wirkstatt würden einige dieser Initiativen im Landkreis nicht in dieser Form stattfinden. Projekte wie das Verschenk-Regal, die Radl-Kultour oder das Foodsaving brauchen Menschen, die organisieren, koordinieren und Kooperationen aufbauen.

Die Wirkstatt versteht sich dabei auch als Vernetzungsplattform. Viele Projekte entstehen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Ziel ist es, Nachhaltigkeit im Landkreis sichtbar und zugänglich zu machen.

4. Gibt es einen Moment, der zeigt, warum ihr das macht?

Die Motivation des Teams zeigt sich oft in den kleinen Momenten im Alltag. Wenn bei der Radl-Kultour Menschen gemeinsam unterwegs sind, miteinander ins Gespräch kommen und neue Begegnungen entstehen, wird spürbar, wie viel solche Initiativen bewegen. Auch beim Foodsaving und in der Community Kitchen zeigt sich, dass gerettete Lebensmittel nicht im Abfall landen, sondern weitergegeben und wertgeschätzt werden.

5. Wie kann man euch unterstützen?

Die Wirkstatt lebt vom Mitmachen. Unterstützung ist auf unterschiedliche Weise möglich:

  • Mitarbeit in bestehenden Projekten

  • Mithilfe bei Veranstaltungen

  • Übernahme organisatorischer Aufgaben

  • Weitergabe von Informationen

Auch punktuelles Engagement ist willkommen. Wer sich für einzelne Aktionen interessiert, kann unkompliziert dazukommen und sich einbringen.

Adresse:
Wirkstatt Oberland e. V.
Ignaz‑Günther‑Str. 13
83629 Weyarn

Kontakt:
Tel.: 0152 / 563 83828
E-Mail: mail@wirkstatt-oberland.de

Wer mehr über die Projekte der Wirkstatt Oberland erfahren oder einen Einblick in aktuelle Aktionen bekommen möchte, findet weitere Informationen auf wirkstatt-oberland.de und auf Instagram unter @wirkstatt.oberland.

Spotlight 01 - Nachhaltigkeit

Eine-Welt-Laden Miesbach 
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Der Eine-Welt-Laden in Miesbach ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Stadt und setzt sich konsequent für fairen Handel und globale Verantwortung ein. Die Initiative geht auf ein engagiertes Jugendprojekt in den späten 1980er Jahren zurück und wurde in den 1990er Jahren als Verein mit eigenem Ladenraum etabliert. Seit rund 30 Jahren verkaufen Ehrenamtliche hier fair gehandelte Produkte von Kaffee, Tee und Schokolade bis hin zu handwerklich gestalteten Geschenken und machen damit nachhaltigen Konsum für alle erlebbar.​

Außenansicht Weltladen Miesbach

​Ursprünglich in der Kirchgasse angesiedelt, hat der Weltladen im Oktober 2023 neue Räume am Lebzelterberg bezogen. Dort wird er besser wahrgenommen und erreicht mehr Menschen. Etwa 16 Ehrenamtliche tragen die Arbeit des Ladens, der nicht nur Waren verkauft, sondern auch Wissen über faire Produktions- und Handelswege vermittelt.

Die Mitarbeitenden begleiten regelmäßig Schulklassen, beteiligen sich an Bildungs und Stadtaktionen und trugen zur Entwicklung der Fairtrade Town Initiative in Miesbach bei. Dabei wird der Laden selbst zum Lern und Begegnungsort. Ein Ort, an dem nachhaltige Entwicklung ganz konkret erfahrbar wird.​

​Im Gespräch mit dem Team des Eine-Welt-Ladens Miesbach ging es um die konkrete Bedeutung von Nachhaltigkeit im Ladenalltag, um die Wirkung des Engagements vor Ort und um die Frage, warum fairer Handel für die Region wichtig ist. Die Antworten zeigen, wie Haltung, Praxis und Motivation im Ehrenamt zusammenwirken.

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Produktbeispiel für fair gehandelten Bio-Kaffee

1. Wer seid ihr in drei Worten?

Der Eine Welt Laden Miesbach ist ein Ort für fairen Handel und bewusstes Einkaufen. Alle Produkte im Laden sind fair gehandelt. Kundinnen und Kunden müssen nicht erst nach Siegeln suchen, sondern können sicher sein, dass soziale Standards eingehalten werden und Produzentinnen und Produzenten gerecht entlohnt werden.

Dieses Selbstverständnis lässt sich in drei Worten bündeln:

Fair. Lokal. Engagiert.
2. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euch ganz konkret?

Nachhaltigkeit im Eine-Welt-Laden geht über einzelne Produktmerkmale hinaus. Sie zeigt sich in langlebigen Materialien, in kreativem Einsatz von Alltagsgegenständen und in transparenten

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Produktbeispiel Solarlampe

Handelsbeziehungen.  Viele Produkte sind so gestaltet, dass sie lange genutzt werden und Ressourcen schonen.

 

Bei Lebensmitteln steht neben fairen Arbeitsbedingungen auch der Schutz von Umwelt und Natur im Fokus. Viele Produkte stammen aus biologischem Anbau. Wo Bio nicht möglich ist, wird dennoch darauf geachtet, dass Produktionsbedingungen so umweltschonend wie möglich sind.

3. Was würde fehlen, wenn es euer Engagement nicht gäbe?

Ohne den Weltladen würde ein Ort fehlen, an dem fairer Handel selbstverständlich praktiziert wird. Kundinnen und Kunden hätten keine verlässliche Anlaufstelle, an der sie gezielt fair gehandelte Produkte finden und gleichzeitig etwas über Hintergründe und globale Zusammenhänge lernen können.

Auch die Unterstützung sozialer Projekte würde entfallen. Die Überschüsse aus dem Verkauf werden gespendet und fließen in Projekte, die Menschen in Not oder Bildungsarbeit fördern. Weil das Team ehrenamtlich arbeitet, bleibt der Gewinn dort, wo er gebraucht wird.

4. Gibt es einen Moment, der zeigt, warum ihr das macht?

Es sind oft die kleinen Begegnungen im Alltag, die zeigen, warum dieses Engagement wichtig ist. Wenn Kundinnen und Kunden sich Zeit nehmen, nachfragen, ins Gespräch kommen oder sich bewusst bedanken, wird spürbar, dass fairer Handel mehr ist als ein Einkauf. Solche Momente machen deutlich, dass der Eine-Welt-Laden ein Ort der Begegnung ist.  

5. Wie kann man euch unterstützen?

Der Eine Welt Laden lebt von Menschen, die bewusst einkaufen, sich informieren und fairen Handel weitertragen. Unterstützen kann man den Laden durch den Einkauf vor Ort, durch die Teilnahme an Aktionen oder durch ehrenamtliches Engagement.

Auch Gespräche, Weiterempfehlungen und Interesse an den Hintergründen tragen dazu bei, das Thema fairer Handel sichtbar zu machen und im Alltag zu verankern.

Adresse:
Weltladen Miesbach
Lebzelterberg 2
83714 Miesbach

Öffnungszeiten:

Dienstag, Donnerstag und Freitag: 09:00 – 12:30 Uhr und 15:00 – 18:00 Uhr

Mittwoch und Samstag: 09:00 – 12:30 Uhr

Kontakt:
Anneliese Bicherel – Tel: 08025 9977488 – E-Mail: ambicherel@t-online.de
Martina Reiner – Tel: 0151 40394224 – E-Mail: martina.reiner@t-online.de

gefördert durch

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in Kooperation mit

unterstützt durch

Wir sind Standort des Projekts "Zentrum für lokales Freiwilligenmanagement".

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