Spotlight Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Mit unserem Spotlight machen wir Vereine und Initiativen aus dem Landkreis Miesbach sichtbar, die sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Jeden Monat stellen wir ein Engagement vor und geben Einblicke in die Menschen und Ideen, die dahinterstehen.
Spotlight 06 - Nachhaltigkeit
Bezirksimkerverein Gmund –
Tegernseer Tal und Umgebung e. V.

Die Imkerei hat im Tegernseer Tal eine lange Tradition. Schon zu Zeiten des Klosters Tegernsee spielten Honig und Bienenwachs eine wichtige Rolle. 1892 gründete sich der Bienenzuchtverein Dürnbach. Aus ihm ging später der heutige Bezirksimkerverein Gmund – Tegernseer Tal und Umgebung e. V. hervor.
Heute zählt der Verein fast 200 Mitglieder aus der Region. Die meisten halten eigene Bienenvölker,
Dr. Thomas Klotz (1. Vorsitzender Bezirksimkerverein Gmund) u. Franziska Impekoven (Netzwerk Ehrenamt)
einige unterstützen den Verein als Fördermitglieder. Im Mittelpunkt stehen die Beratung und Unterstützung der Imkerinnen und Imker, der Austausch über zeitgemäße Bienenhaltung sowie die Aus- und Weiterbildung.
Ein wichtiger Mittelpunkt der Vereinsarbeit ist der Lehrbienenstand in Gmund/Moosrain. Der frühere Standort bei Kaltenbrunn war mit der Zeit zu klein geworden. Deshalb wurde eine Forsthütte abgetragen und in Eigenleistung der Vereinsmitglieder in Moosrain wieder aufgebaut. 2013 wurde der neue Lehrbienenstand eingeweiht. Heute finden dort unter anderem Führungen für Interessierte, Schulen und Gruppen sowie Schulungen und Veranstaltungen statt.
Für unser Spotlight haben wir uns mit Thomas Klotz, dem Vorsitzenden des Bezirksimkervereins Gmund – Tegernseer Tal und Umgebung e. V., getroffen. Dabei ging es um die Bedeutung der Bienen für unsere Region, nachhaltige Imkerei, ehrenamtliches Engagement und die besondere Faszination eines Bienenvolkes.

Infotafel Außenbereich Bezirksimkerverein Gmund
1. Wer seid ihr in drei Worten?
Regional. Naturverbunden. Austausch.
Der Bezirksimkerverein Gmund ist die Anlaufstelle für Imkerinnen und Imker aus der Region. Die meisten Mitglieder haben eigene Bienenvölker. Im Verein bekommen sie Unterstützung bei Fragen rund um die Bienenhaltung, können sich mit anderen austauschen, an Vorträgen teilnehmen und gemeinsame Angebote nutzen.
Besonders wichtig ist der Verein auch für Menschen, die neu mit der Imkerei beginnen. In den Jungimkerkursen wird nicht nur theoretisches Wissen vermittelt. Erfahrene Imkerinnen und Imker begleiten die Einsteiger auch praktisch an den eigenen Bienenvölkern. Denn vieles lässt sich nicht allein aus Büchern oder YouTube-Videos lernen. Man muss ein Bienenvolk sehen, beobachten und lernen, sein Verhalten richtig einzuschätzen.
Und natürlich geht es bei der Imkerei um mehr als Honig. Die Bestäubungsleistung der Honigbienen ist für unsere Landschaft und Landwirtschaft von großer Bedeutung. Gleichzeitig fasziniert Thomas Klotz vor allem das Bienenvolk als Gemeinschaft. Viele einzelne Tiere funktionieren zusammen wie ein eigener Organismus.
2. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euch ganz konkret?
Nachhaltigkeit bedeutet für den Bezirksimkerverein, gesunde und widerstandsfähige Bienenvölker zu erhalten, regional zu arbeiten und gemeinsam mit der Natur zu handeln.

Lehrbienenstand Bezirksimkervereins Gmund
Ein wichtiger Bestandteil ist die Zuchtarbeit an der vereinseigenen Belegstelle am Pfaffenkopf. Dort werden ausgewählte Königinnen gezielt weitergezüchtet. Dabei geht es nicht nur um einen guten Honigertrag, sondern auch um Eigenschaften wie Sanftmut und Widerstandsfähigkeit. Im Rahmen der sogenannten Toleranzzucht wird beispielsweise darauf geachtet, welche Völker besser mit der Varroamilbe und anderen Herausforderungen zurechtkommen.
Auch die regionale Imkerei spielt eine wichtige Rolle. Die Bienen sammeln im vielfältigen Landschaftsraum rund um das Tegernseer Tal. Dadurch entstehen Honige, die von den jeweiligen Blüten, dem Wetter und dem Verlauf des Jahres geprägt sind. Anders als bei großen Wanderimkereien oder Monokulturen ist die Vielfalt der regionalen Landschaft ein wesentlicher Bestandteil der Imkerei vor Ort.
Nachhaltigkeit endet für den Verein aber nicht beim Honig. Eine vielfältige Landschaft ist auch für Wildbienen, Schmetterlinge und andere bestäubende Insekten wichtig. Deshalb wirbt der Verein für mehr Mut zur Wildheit: eine Ecke im Garten stehen lassen, Klee oder Kräuter blühen lassen, nicht jede Fläche ständig mähen und auch einmal Totholz oder natürliche Strukturen zulassen.
Denn gerade bei Wildbienen gibt es viele Arten mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen an Nahrung und Nistplätze. Was für uns manchmal etwas unordentlich aussieht, kann für Insekten ein wichtiger Lebensraum sein.
3. Was würde fehlen, wenn es euer Engagement nicht gäbe?
Ohne den Bezirksimkerverein würde in der Region eine wichtige Plattform für Wissen, Austausch und praktische Unterstützung fehlen.
Der Verein begleitet Menschen beim Einstieg in die Imkerei, bietet Jungimkerkurse an und stellt erfahrene Imker als Ansprechpartner zur Seite. Dazu kommen Vorträge zu unterschiedlichen Themen rund um Bienenhaltung, Honig und Wachs sowie Unterstützung bei Fragen zu Krankheiten und anderen Herausforderungen. Im Verein gibt es außerdem zwei Bienensachverständige, an die sich Mitglieder bei Unsicherheiten wenden können.
Auch der Lehrbienenstand ist ein wichtiger Teil dieser Arbeit. Dort können Kinder, Schulklassen, Urlauberinnen und Urlauber, Einheimische und andere Interessierte die Welt der Bienen kennenlernen. Die regelmäßigen Führungen „Wunderwelt der Bienen“ finden während der Saison jeden Donnerstag statt und werden laut Gemeinde Gmund sowohl von Urlaubern als auch von Einheimischen gerne angenommen.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Belegstelle. Dort werden jedes Jahr zahlreiche Königinnen gezielt begattet. Die guten Zuchtergebnisse ziehen auch Imkerinnen und Imker von außerhalb der Region an.
Und schließlich würde auch etwas fehlen, das sich schwer messen lässt: die Gemeinschaft. Bei Monatsversammlungen, Stammtischen und gemeinsamen Aktionen kommen Menschen zusammen, die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet.
4. Gibt es einen Moment, der zeigt, warum ihr das macht?
Für Thomas Klotz sind es vor allem die Menschen, die zeigen, warum sich das Engagement lohnt. Besonders schön findet er es, Jungimkerinnen und Jungimker ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Am Anfang steht vielleicht nur die Neugier auf die Imkerei.

Bienenmodell
Dann kommen die ersten eigenen Bienenvölker, die ersten Erfahrungen und irgendwann der Moment, in dem jemand einen Bienenschwarm selbst einfängt oder ein Bienenvolk eigenständig beurteilen kann.
Aber auch die gemeinsamen Momente im Vereinsleben bleiben in Erinnerung. Vor einigen Wochen gab es beispielsweise einen Imkerstammtisch mit Musik, Weißwurst und vielen Gesprächen.
Für Thomas Klotz sind solche Abende ein schönes Beispiel dafür, was einen Verein ausmacht: Menschen kommen zusammen, teilen eine Leidenschaft und haben einfach eine gute Zeit miteinander.
Dabei lernt man in der Imkerei nie aus. Thomas Klotz imkert selbst seit rund 15 Jahren und sagt: Jedes Jahr kommt neues Wissen dazu. Denn Bienen sind Lebewesen mit einer eigenen Organisation und manchmal auch einem eigenen Kopf. Der Imker kann zwar planen, aber am Ende muss er immer wieder auf das reagieren, was im Bienenvolk tatsächlich passiert.
5. Wie kann man euch unterstützen?
Wer den Bezirksimkerverein unterstützen möchte, kann Fördermitglied werden oder den Verein mit einer Spende unterstützen. Damit werden unter anderem Jungimkerkurse, Fachvorträge und weitere Bildungsangebote finanziert.
Wer sich für die Imkerei interessiert, kann den Verein auch einfach kennenlernen und bei einer Führung am Lehrbienenstand vorbeischauen. Für Gruppen und Schulklassen werden zusätzlich Sondertermine angeboten.
Die wichtigste Unterstützung für Bienen und andere bestäubende Insekten kann aber direkt vor der eigenen Haustür beginnen.
Thomas Klotz wünscht sich „mehr Mut zur Wildheit“. Ein Garten muss nicht überall perfekt gepflegt sein. Wenn Klee blühen darf, Schnittlauch nicht sofort abgeschnitten wird, eine wilde Ecke stehen bleibt oder ein Stück Totholz liegen darf, entstehen wertvolle Lebensräume. Auch Himbeer- und Brombeersträucher oder andere heimische Pflanzen bieten Nahrung für Insekten.
Dabei geht es nicht darum, den gesamten Garten verwildern zu lassen. Schon kleine Bereiche können einen Unterschied machen.
Denn die Bestäubungsleistung der Bienen lässt sich nicht importieren. Sie braucht Bienenvölker vor Ort und eine Landschaft, in der diese und viele andere bestäubende Insekten ausreichend Nahrung und Lebensraum finden.
Adresse:
Bezirksimkerverein Gmund – Tegernseer Tal und Umgebung e.V.
Dr. Thomas Klotz, 1. Vorsitzender
Schatzelweg 17a
83727 Schliersee
Kontakt:
Telefon: (0178) 2175822
E-Mail: klotz-thomas@hotmail.de
Website: www.imkerverein-gmund.de
Die Führungen am Lehrbienenstand finden in der Saison (in der Regel von Mai bis August) immer donnerstags statt, ohne Anmeldung. Aktuelle Termine und Uhrzeiten sind auf der Website des Bezirksimkerverein Gmund – Tegernseer Tal und Umgebung e.V. (www.imkerverein-gmund.de) zu finden.
Spotlight 05 - Nachhaltigkeit
Die ABFÜLLEREI –
Holzkirchen Unverpackt eG

Die ABFÜLLEREI ist Holzkirchens erster Unverpacktladen, ein Ort, an dem nachhaltiges Einkaufen, regionale Produkte und Gemeinschaft zusammenkommen. Seit der Eröffnung am 12. November 2022 in der Münchner Straße 27 in Holzkirchen können Kundinnen und Kunden hier Lebensmittel und Haushaltswaren ohne Verpackung kaufen und direkt in mitgebrachte Behälter abfüllen. Bezahlt wird dabei nur die tatsächlich benötigte Füllmenge.
Interview mit Hannes Schißler (ABFÜLLEREI) u. Franziska Impekoven (Netzwerk Ehrenamt)
Hinter der ABFÜLLEREI steht eine Genossenschaft, die Holzkirchen Unverpackt eG. Diese Rechtsform ermöglicht es, den Laden gemeinschaftlich zu tragen: Wer einen Genossenschaftsanteil zeichnet, wird Mitglied der Genossenschaft und unterstützt den Laden langfristig. Mit der Zeit ist aus dem reinen Unverpacktladen ein lebendiger Begegnungsort geworden, mit einem Tagescafé, einem wöchentlichen Bistroabend am Freitagabend und einem Mittagsangebot von Mittwoch bis Samstag. Der Laden hat von Mittwoch bis Samstag geöffnet. Freitags lädt die ABFÜLLEREI zusätzlich zum Bistroabend ein, der bis 22 Uhr dauert.
Für unser Spotlight haben wir uns mit Hannes Schißler, Vorstand der Genossenschaft, direkt in der ABFÜLLEREI getroffen. Im Gespräch ging es um gelebte Nachhaltigkeit im Ladenalltag, um Gemeinschaft als Antrieb und um die Frage, was ein Unverpacktladen über das Einkaufen hinaus leisten kann.

Cafébereich der Abfüllerei Holzkirchen Unverpackt eG
1. Wer seid ihr in drei Worten?
Unverpackt. Regional. Einzigartig.
Die ABFÜLLEREI verbindet verpackungsfreies Einkaufen, regionale Produkte und ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Dabei geht es nicht nur ums Einkaufen, sondern auch um Begegnung und Miteinander in einem gemütlichen, einladenden Café, das zum Verweilen und Austausch einlädt.
2. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euch ganz konkret?
Im Mittelpunkt steht der Verkauf möglichst unverpackter Waren. Viele Lebensmittel wie Haferflocken, Reis oder Nudeln werden in großen Gebinden bezogen, Speiseöle und Essig lassen sich direkt in mitgebrachte Flaschen abfüllen. Beim Sortiment wird Regionalität bevorzugt:

Unverpacktes Sortiment in der Abfüllerei
Viele Produkte stammen aus Bayern oder der näheren Umgebung, manche Lieferanten bringen ihre Ware sogar in Mehrwegkanistern, die sie wieder mitnehmen und auffüllen.
Im Café und beim Catering wird möglichst auf Mehrweggeschirr und wiederverwendbare Behälter gesetzt. Kundinnen und Kunden können eigene Gefäße mitbringen oder Behälter vor Ort ausleihen.
Auch bei Kosmetik- und Haushaltsprodukten gibt es nachhaltige Alternativen wie feste Seifen oder nachfüllbare Produkte.
Wo vollständige Nachhaltigkeit nicht möglich ist, werden bewusst Kompromisse gewählt. Beim Käse etwa fehlt die nötige Infrastruktur für eine offene Theke, weshalb er aus hygienischen Gründen verpackt, aber dennoch regional, bezogen wird. Nachhaltigkeit bedeutet für die ABFÜLLEREI also nicht nur Müllvermeidung, sondern auch regionale Wertschöpfung, Ressourcenschonung und bewussten Konsum.
3. Was würde fehlen, wenn es euer Engagement nicht gäbe?
Im weiteren Umkreis gibt es nur noch wenige Unverpacktläden. Wer in der Region nahezu verpackungsfrei einkaufen möchte hätte ohne die ABFÜLLEREI deutlich weniger Möglichkeiten für verpackungsfreies Einkaufen.
Darüber hinaus würde ein sozialer Treffpunkt fehlen, an dem Menschen zusammenkommen und gemeinsam einen Kaffee trinken oder das Bistro besuchen können. Auch Veranstaltungen wie Musikabende, Poetry Slams oder eine offene Bühne für lokale Talente würden wegfallen. Dazu kommt die Gemeinschaft selbst: Ehrenamtliche, Angestellte und Kundinnen und Kunden, die sich gegenseitig unterstützen und füreinander da sind, manchmal auch über den Laden hinaus.
Und schließlich würde ein Impulsgeber fehlen. Immer wieder kommen Menschen zum ersten Mal zufällig herein, schauen sich um und nehmen das eine oder andere mit, nicht nur ein Produkt, sondern auch einen Gedanken. Die ABFÜLLEREI versteht sich nicht nur als Geschäft, sondern auch als Ort, der zum bewussteren Konsum einlädt.
4. Gibt es einen Moment, der zeigt, warum ihr das macht?
Es sind oft die kleinen Momente im Alltag, die zeigen, warum sich der Einsatz lohnt. Wenn Kundinnen und Kunden begeistert von den hausgemachten Kuchen berichten und sagen, dass sie hier gerne einkaufen, weil die Atmosphäre einfach wohltuend ist. Manche beschreiben den Besuch als angenehmen Gegenpol zum Alltag, einen Ort, an dem man kurz durchatmen und innerlich auftanken kann.

Nachhaltiges Sortiment der Abfüllerei Holzkirchen
Und dann sind da die Abende, an denen die ABFÜLLEREI zum Veranstaltungsort wird: bei Musikabenden, Poetry Slams oder einer offenen Bühne für lokale Talente entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, das über das normale Miteinander eines Ladens weit hinausgeht.
Nicht zuletzt ist es auch die Entwicklung insgesamt, die Freude macht: Das Café hat dazu beigetragen, dass die ABFÜLLEREI wirtschaftlich stabiler geworden ist und der Laden weiter bestehen kann.
5. Wie kann man euch unterstützen?
Am dringendsten werden Ehrenamtliche gesucht, die Lust haben, sich einzubringen. Besonders gesucht werden derzeit Menschen, die beim Auffüllen der Waren und beim Auszeichnen der Preise unterstützen. Darüber hinaus ist Unterstützung im Laden oder im Café willkommen.
Wer die Genossenschaft finanziell stärken möchte, kann für 150 Euro einen Genossenschaftsanteil erwerben und damit direkt zur Basis der ABFÜLLEREI beitragen.
Außerdem gibt es eine Wertkarte: Unabhängig von einer Genossenschaftsmitgliedschaft kann jeder einen monatlich festgelegten Betrag auf die Karte laden lassen, der dann automatisch vom Konto abgebucht wird. Mit diesem Guthaben kann man ganz normal in der ABFÜLLEREI einkaufen.
Und natürlich hilft es schon, einfach vorbeizukommen: ob zum Einkaufen, für einen Kaffee oder bei einer der Veranstaltungen. Jede Form der Unterstützung zählt. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet die ABFÜLLEREI auf Instagram unter @abfuellerei_holzkirchen.
Adresse:
Abfüllerei Holzkirchen Unverpackt eG:
Münchner Straße 27
83607 Holzkirchen
Öffnungszeiten:
Mittwoch: 09:00–18:00
Donnerstag: 09:00–18:00
Freitag: 09:00–18:00 (teilweise bis 20:00 bzw. mit Abendangeboten im Café)
Samstag: 09:00–16:00
Kontakt:
Telefon: +49 8024 6089924
E-Mail: info@holzkirchen-unverpackt.de
Website: holzkirchen-unverpackt.de
Spotlight 04 - Nachhaltigkeit
Energiewende Oberland
Die Bürgerstiftung Energiewende Oberland wurde 2005 von 86 engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet, die sich für Klimaschutz und erneuerbare Energien in der Region einsetzen wollten. Was als rein ehrenamtliche Initiative begann, ist heute eine etablierte Stiftung mit 275 Stifterinnen und Stiftern aus der Zivilgesellschaft, aus Kommunen, Unternehmen und Wissenschaft. Im Landkreis Miesbach sind der Landkreis selbst und alle Kommunen Stifterkommunen.
Die Stiftung wuchs aus dem Ehrenamt heraus. Elisabeth Freundl, eine der ersten Mitarbeiterinnen, erinnert sich: „Am Anfang gab es nur einen Container und hauptsächlich Ehrenamtliche." Mit der Zeit wurden die Themen komplexer und die Anforderungen größer. So wurde aus der ehrenamtlichen Initiative eine professionelle Geschäftsstelle. Das Ehrenamt aber bleibt das Fundament.

Auftaktveranstaltung 5. Klimafrühling (Fotograf Ralf Gerard)
Für unser Spotlight haben wir uns mit Stefan Drexlmeier (Leiter der Geschäftsstelle) und Elisabeth Freundl (stellvertretende Leiterin) getroffen. Dabei ging es um gelebte Nachhaltigkeit, um den langen Atem, den Klimaschutz braucht, und um die Frage, was eine Region bewegen kann, wenn viele Menschen einfach anfangen.
1. Wer seid ihr in drei Worten?
Regional. Vernetzt. Zukunftsorientiert.
Die Bürgerstiftung Energiewende Oberland wurde von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet und setzt sich gemeinsam mit Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft für eine nachhaltige Energieversorgung in der Region ein. Ein wichtiges Ziel dabei ist es, die vier Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen Schritt für Schritt mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

Engagement für erneuerbare Energien im Oberland
2. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euch ganz konkret?
Nachhaltigkeit bedeutet für die Energiewende Oberland, Projekte umzusetzen, die vor Ort wirken. Von Photovoltaik und Bürgerenergie über kommunale Wärmeplanung bis hin zur Bildungsarbeit für alle Altersgruppen. Energie soll so erzeugt und genutzt werden, dass sie die Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Natur schützt und langfristig erhält.
Das spiegelt sich auch im Alltag der Geschäftsstelle wider. Im Büro in Penzberg wird bewusst mit Ressourcen umgegangen. Das Mobiliar ist größtenteils gebraucht, ein geschenkter Besprechungsraumtisch hielt dabei ganze 20 Jahre durch. Homeoffice ist möglich, weil es Fahrten und Ressourcen spart. Und wer im Team persönliche Erfahrungen rund um Klimaschutz und Energie gesammelt hat, gibt dieses Wissen intern weiter, als echte Erfahrung statt als Theorie.
Nach draußen sichtbar sind ein Balkonkraftwerk am Bürogebäude, ein E-Fahrzeug, Leasingräder für die Mitarbeitenden und ein Lastenfahrrad, das auch zum Ausprobieren ausgeliehen werden kann.
3. Was würde fehlen, wenn es euer Engagement nicht gäbe?
Ohne die Energiewende Oberland würde in der Region ein wichtiger Kümmerer für das Thema Klimaschutz fehlen. Die Stiftung ist die einzige, die das im Oberland in dieser Form und Tiefe tut: Informationen bündeln, Menschen zusammenbringen, Projekte begleiten und auch dann noch dranbleiben, wenn es mal nicht weitergeht. Manchmal braucht eine gute Idee einfach jemanden, der nicht aufgibt.
4. Gibt es einen Moment, der zeigt, warum ihr das macht?
Für Elisabeth Freundl war es die Stifterversammlung zum 20-jährigen Jubiläum. Es kamen mehr Menschen als erwartet, die Räume füllten sich, alle redeten miteinander. „Es war wie eine eigene Bubble, die mich echt getragen hat", erinnert sie sich. Nicht die Stiftung als Organisation hatte sie bewegt, sondern die Menschen, die das Netzwerk mit Leben füllen.

20 Jahre Energiewende Oberland
Und dann ist da die Geschichte eines Landwirts aus dem Landkreis Miesbach, der sich für erneuerbare Energien interessiert. Nach einigen Gesprächen lud Stefan Drexlmeier ihn zur Stifterversammlung ein mit den Worten: „Da sind viele, die genauso spinnen wie du." Der Landwirt kam, schaute sich um und war begeistert: „Da sind wirklich ganz viele coole Spinner." Die Solaranlage steht noch nicht. Aber Stefan Drexlmeier ist zuversichtlich, dass sie kommt.
5. Wie kann man euch unterstützen?
Die wichtigste Unterstützung ist die Energiewende im eigenen Alltag zu leben und weiterzutragen. Eine Solaranlage auf dem Dach, ein E-Auto in der Garage oder einfach der Nachbarin erzählen, wie gut die neue Heizung funktioniert. Denn die Chance, dass jemand selbst aktiv wird, wächst enorm, wenn man es im eigenen Umfeld erlebt.
Wer ein eigenes Projekt anstoßen möchte, ob eine gemeinsame Solaranlage, eine lokale Energiegenossenschaft oder eine gemeinschaftliche Wärmeversorgung im Ort, kann sich an die Energiewende Oberland wenden. Die Stiftung hilft dabei, die richtigen Menschen zusammenzubringen und den ersten Schritt zu machen.
Wer einfach wissen möchte, wie er sein Zuhause energieeffizienter gestalten kann, bekommt über die Kooperation mit der Verbraucherzentrale Bayern eine kostenlose Erstberatung. Und wer die Arbeit der Stiftung finanziell unterstützen möchte, kann ab 500 Euro Zustifter oder ab 5 Euro monatlich Fördermitglied werden.
Adresse:
Energiewende Oberland -
Bürgerstiftung für Erneuerbare Energien und Energieeinsparung
Am Alten Kraftwerk 4
82377 Penzberg
Geschäftsstelle
Büro in Penzberg
Tel.: 08856 80 536 - 0
Spotlight 03 - Nachhaltigkeit
BRK Kleiderladen

Der BRK Kleiderladen in Miesbach ist Teil des Bayerischen Roten Kreuzes und steht für nachhaltigen Umgang mit Kleidung und soziales Engagement im Landkreis. Seit rund fünf Jahren gibt es hier gut erhaltene Secondhand-Artikel zu günstigen Preisen.
Verantwortlich für den Bereich ist Monika Floßmann, Fachbereichsleitung Wohlfahrt. Sie koordiniert mehrere Kleiderläden in der Region sowie weitere Angebote des BRK, darunter auch die Tafel. Zu ihrem Team gehören knapp 80
Außenansicht BRK Kleiderladen
Mitarbeitende, davon rund 75 ehrenamtlich. Der Großteil davon engagiert sich in der Tafel.
Der Kleiderladen steht grundsätzlich allen Menschen offen. Neben günstigen Preisen gibt es für Menschen mit Sozialausweis einen Preisnachlass von 20 Prozent. Viele kommen jedoch nicht nur wegen der Kleidung, sondern schauen regelmäßig vorbei, tauschen sich aus oder bleiben einfach auf ein Gespräch.
Die Grundlage der Arbeit bilden die Prinzipien des Roten Kreuzes, allen voran Menschlichkeit und Neutralität. Im Laden hängen keine Plakate von Parteien oder religiösen Gruppen. Entscheidend ist einzig, dass alle respektvoll miteinander umgehen. Der Kleiderladen soll ein Ort sein, an dem sich jede und jeder willkommen fühlt, und das merkt man, sobald man die Tür aufmacht.
Für unser Spotlight haben wir uns direkt vor Ort im Kleiderladen Miesbach mit Monika Floßmann getroffen. Im Gespräch ging es um nachhaltigen Umgang mit Kleidung, um soziale Verantwortung und um die Bedeutung von Begegnung im Ehrenamt.

Innenansicht BRK Kleiderladen
1. Wer seid ihr in drei Worten?
Menschlich. Sozial. Nachhaltig
Der Kleiderladen des Bayerischen Roten Kreuzes in Miesbach ist ein Ort, an dem nachhaltiger Konsum und soziales Miteinander zusammenkommen. Gut erhaltene Kleidung bekommt hier eine zweite Chance und wird neu wertgeschätzt. Gleichzeitig steht der Mensch im Mittelpunkt, unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation.
2. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euch ganz konkret?
Nachhaltigkeit zeigt sich im Kleiderladen in vielen kleinen und großen Entscheidungen im Alltag. Kleidung, die andere nicht mehr brauchen, wird sorgfältig sortiert und weiterverkauft, statt entsorgt zu werden. So werden Ressourcen geschont und Abfall vermieden.

Dekoration Schaufenster Innenansicht
Auch über die Kleidung hinaus wird nachhaltig gedacht. Wer einkauft, bekommt eine Tragetasche mit, die ebenfalls gespendet wurde. Auch die Dekoration entsteht aus gefundenen oder geschenkten Materialien, und statt Wasserflaschen gibt es Leitungswasser.
Eine Kollegin hat ein besonderes Talent dafür, aus Alltagsgegenständen wie alten Flaschen oder Kaffeetassen kreative Dekorationsstücke zu machen. Unnötige Anschaffungen werden konsequent vermieden.
Gleichzeitig wird das Thema aktiv weitergegeben. Einmal im Jahr besucht eine Schulklasse den Laden und lernt, wie Kleidung sinnvoll weitergegeben wird und was bei Entsorgung und Wiederverwertung zu beachten ist. So entsteht ein Bewusstsein dafür, welchen Einfluss unsere Kleidung auf Umwelt und Ressourcen hat.
3. Was würde fehlen, wenn es euer Engagement nicht gäbe?
Ohne den Kleiderladen würde im Landkreis ein wichtiger sozialer Treffpunkt fehlen. Viele Menschen kommen nicht nur zum Einkaufen, sondern auch für Gespräche und Begegnung. Für einige gehört der Besuch fest zum wöchentlichen Ritual.
Dabei ist der Kleiderladen in dieser Form einzigartig in Miesbach. Gerade für Menschen mit wenig Einkommen ist das Angebot eine wichtige Unterstützung, die es so anderswo nicht gibt.
Darüber hinaus ist der Laden oft ein erster Kontaktpunkt, über den Menschen auf weitere Angebote des BRK aufmerksam werden.
4. Gibt es einen Moment, der zeigt, warum ihr das macht?
Besonders deutlich wird die Bedeutung der Arbeit bei Nachmittagen für Seniorinnen und Senioren aus dem Seniorenzentrum "Der Schwaighof". Nach Ladenschluss öffnet der Kleiderladen seine Türen. Bei Kaffee und Kuchen haben die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, in Ruhe zu stöbern und

Kleine Aufmerksamtkeit von Frau Floßmann
sich auszutauschen. Für viele ist das eine der seltenen Gelegenheiten, selbstbestimmt einzukaufen. Die Freude dabei ist jedes Mal spürbar.
Aber auch im Alltag entstehen solche Momente. Stammkundinnen und Stammkunden erzählen aus ihrem Leben, bauen Vertrauen auf und kommen manchmal einfach auf ein Gespräch vorbei. Monika Floßmann hat für solche Begegnungen immer ein offenes Ohr, und manchmal auch einen kleinen Glückskäfer bereit, den sie Menschen mitgibt, die gerade eine schwierige Zeit vor sich haben.
5. Wie kann man euch unterstützen?
Der Kleiderladen lebt vom Ehrenamt. Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen, egal ob beim Sortieren, im Verkauf oder bei der Dekoration. Jede und jeder entscheidet selbst, wie viel Zeit er oder sie einbringen möchte. Am schönsten ist es, wenn daraus eine regelmäßige Sache wird.
Genauso wichtig ist es, das Angebot weiterzuerzählen. Viele wissen nicht, wie vielfältig die Möglichkeiten beim BRK sind und was hinter einem Kleiderladen steckt. Wer darüber spricht, hilft schon.
Kleiderspenden sind grundsätzlich willkommen, aber aktuell gut gedeckt. Was wirklich gebraucht wird, sind Menschen, die Freude am Miteinander haben und sich gerne einbringen möchten.
Adresse:
BRK im Zentrum
Bahnhofstraße 4
83714 Miesbach
Kontakt:
Monika Floßmann
Fachbereichsleitung Wohlfahrt und Soziales
Leitung Kleiderläden
Tel.: 08025 99 21 675
E-Mail: monika.flossmann@brk.de
Spotlight 02 - Nachhaltigkeit
Wirkstatt Oberland e.V.

Die Wirkstatt Oberland ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Weyarn, der Nachhaltigkeit im Landkreis nicht nur diskutiert, sondern aktiv vorantreibt. Seit Juli 2020 ist der Verein eigenständig organisiert. Zuvor arbeitete er unter dem Dach von KulturVision e.V. Die Initiative wurde im September 2017 von Anschi Hacklinger gemeinsam mit Monika Ziegler im Rahmen von „Anders wachsen“ ins Leben gerufen. Von Beginn an war die Idee, Menschen aus dem Landkreis zusammenzubringen, die nicht nur über
Anschi Hacklinger (1. Vorsitzende) und Lea Sabaß (2. Vorsitzende)
Nachhaltigkeit sprechen, sondern konkrete Projekte umsetzen. Aus ersten Treffen und Ideensammlungen entstanden Initiativen, die bis heute bestehen und weiterentwickelt werden.
Das Motto „Ideen säen - Pragmatisch handeln“ steht dabei für eine klare Haltung: Es geht darum, kleine Schritte zu wagen und Ideen in die Tat umzusetzen, statt bei einem „man könnte“ stehen zu bleiben. Jede und jeder kann sich je nach Zeit, Energie und Interesse einbringen. Wer eine Idee hat, findet im Verein Unterstützung, um daraus ein konkretes Projekt zu machen.
Heute zählt die Wirkstatt Oberland rund 50 Mitglieder, von denen etwa 20 sich regelmäßig aktiv engagieren. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Euro und ist bewusst niedrig gehalten, um allen Interessierten den Zugang zu ermöglichen.
Für unser Spotlight wollten wir mehr darüber erfahren, wie die Projekte entstehen und was die Wirkstatt antreibt. Deshalb trafen wir uns in der WeyHalla in Weyarn mit Anschi Hacklinger, 1. Vorsitzende, und Lea Sabaß, 2. Vorsitzende. Im Gespräch ging es um konkrete Nachhaltigkeit im Alltag, um Kooperationen im Landkreis und um die Frage, wie Engagement möglichst niedrigschwellig möglich wird.

Detailansicht Verschenk-Regal in Weyarn
1. Wer seid ihr in drei Worten?
Die Wirkstatt Oberland beschreibt sich als: Nachhaltig. Pragmatisch. Ideenforum.
Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen und soll den Alltag erleichtern, zum Beispiel mit dem Breznbeutel statt Einwegtüte oder dem Verschenk-Regal für gut erhaltene Dinge. Die Wirkstatt schafft einen Raum, in dem Menschen Ideen ausprobieren und gemeinsam etwas bewegen können.
2. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euch ganz konkret?
Nachhaltigkeit zeigt sich bei der Wirkstatt vor allem im konkreten Tun. Aus Ideen entstehen konkrete Projekte, die im Alltag ansetzen und Ressourcen schonen.
Ein zentrales Beispiel ist das Foodsaving. Die Wirkstatt arbeitet mit dem Edeka in Weyarn zusammen und holt dort regelmäßig Obst und Gemüse ab, das sonst entsorgt werden würde. Die Lebensmittel werden weitergegeben und genutzt.

Breznbeutel Detailansicht
Aus dem Wunsch, Verpackungsmüll zu reduzieren, entstand 2017 der Breznbeutel. Der wieder-verwendbare Stoffbeutel dient als Alternative zur Papiertüte und soll dazu anregen, auch bei kleinen Alltagsentscheidungen nachhaltiger zu handeln.
Im Rahmen des Klimafrühlings wurde 2019 der MiaschBurger entwickelt, eine vegetarische Alternative zur klassischen Leberkässemmel. Produziert wird er in den Oberlandwerkstätten. Erhältlich ist er im LAVLI in Miesbach sowie im Biotop-Hochpunkt in Lenggries.
Auch gemeinschaftliche Formate gehören dazu. Bei der Radl-Kultour, organisiert mit der ADFC-Ortsgruppe Miesbach, werden Radfahren und Kultur miteinander verbunden. In der Community Kitchen wird gemeinsam mit der Tagesstätte „EinLaden“, einem Caritas-Projekt für Menschen mit psychischen Problemen, mit geretteten Lebensmitteln gekocht. Beim Klima-Dinner, das zum Beispiel im vergangenen Jahr im Bunten Haus stattfand, entsteht aus geretteten Lebensmitteln ein vegetarisches Überraschungsmenü.
Diese Projekte stehen beispielhaft dafür, wie die Wirkstatt Nachhaltigkeit konkret und alltagstauglich umsetzt.
3. Was würde fehlen, wenn es euer Engagement nicht gäbe?
Ohne die Wirkstatt würden einige dieser Initiativen im Landkreis nicht in dieser Form stattfinden. Projekte wie das Verschenk-Regal, die Radl-Kultour oder das Foodsaving brauchen Menschen, die organisieren, koordinieren und Kooperationen aufbauen.
Die Wirkstatt versteht sich dabei auch als Vernetzungsplattform. Viele Projekte entstehen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Ziel ist es, Nachhaltigkeit im Landkreis sichtbar und zugänglich zu machen.
4. Gibt es einen Moment, der zeigt, warum ihr das macht?
Die Motivation des Teams zeigt sich oft in den kleinen Momenten im Alltag. Wenn bei der Radl-Kultour Menschen gemeinsam unterwegs sind, miteinander ins Gespräch kommen und neue Begegnungen entstehen, wird spürbar, wie viel solche Initiativen bewegen. Auch beim Foodsaving und in der Community Kitchen zeigt sich, dass gerettete Lebensmittel nicht im Abfall landen, sondern weitergegeben und wertgeschätzt werden.
5. Wie kann man euch unterstützen?
Die Wirkstatt lebt vom Mitmachen. Unterstützung ist auf unterschiedliche Weise möglich:
-
Mitarbeit in bestehenden Projekten
-
Mithilfe bei Veranstaltungen
-
Übernahme organisatorischer Aufgaben
-
Weitergabe von Informationen
Auch punktuelles Engagement ist willkommen. Wer sich für einzelne Aktionen interessiert, kann unkompliziert dazukommen und sich einbringen.
Adresse:
Wirkstatt Oberland e. V.
Ignaz‑Günther‑Str. 13
83629 Weyarn
Kontakt:
Tel.: 0152 / 563 83828
E-Mail: mail@wirkstatt-oberland.de
Wer mehr über die Projekte der Wirkstatt Oberland erfahren oder einen Einblick in aktuelle Aktionen bekommen möchte, findet weitere Informationen auf wirkstatt-oberland.de und auf Instagram unter @wirkstatt.oberland.
Spotlight 01 - Nachhaltigkeit
Eine-Welt-Laden Miesbach

Der Eine-Welt-Laden in Miesbach ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Stadt und setzt sich konsequent für fairen Handel und globale Verantwortung ein. Die Initiative geht auf ein engagiertes Jugendprojekt in den späten 1980er Jahren zurück und wurde in den 1990er Jahren als Verein mit eigenem Ladenraum etabliert. Seit rund 30 Jahren verkaufen Ehrenamtliche hier fair gehandelte Produkte von Kaffee, Tee und Schokolade bis hin zu handwerklich gestalteten Geschenken und machen damit nachhaltigen Konsum für alle erlebbar.
Außenansicht Weltladen Miesbach
Ursprünglich in der Kirchgasse angesiedelt, hat der Weltladen im Oktober 2023 neue Räume am Lebzelterberg bezogen. Dort wird er besser wahrgenommen und erreicht mehr Menschen. Etwa 16 Ehrenamtliche tragen die Arbeit des Ladens, der nicht nur Waren verkauft, sondern auch Wissen über faire Produktions- und Handelswege vermittelt.
Die Mitarbeitenden begleiten regelmäßig Schulklassen, beteiligen sich an Bildungs und Stadtaktionen und trugen zur Entwicklung der Fairtrade Town Initiative in Miesbach bei. Dabei wird der Laden selbst zum Lern und Begegnungsort. Ein Ort, an dem nachhaltige Entwicklung ganz konkret erfahrbar wird.
Im Gespräch mit dem Team des Eine-Welt-Ladens Miesbach ging es um die konkrete Bedeutung von Nachhaltigkeit im Ladenalltag, um die Wirkung des Engagements vor Ort und um die Frage, warum fairer Handel für die Region wichtig ist. Die Antworten zeigen, wie Haltung, Praxis und Motivation im Ehrenamt zusammenwirken.

Produktbeispiel für fair gehandelten Bio-Kaffee
1. Wer seid ihr in drei Worten?
Der Eine Welt Laden Miesbach ist ein Ort für fairen Handel und bewusstes Einkaufen. Alle Produkte im Laden sind fair gehandelt. Kundinnen und Kunden müssen nicht erst nach Siegeln suchen, sondern können sicher sein, dass soziale Standards eingehalten werden und Produzentinnen und Produzenten gerecht entlohnt werden.
Dieses Selbstverständnis lässt sich in drei Worten bündeln:
Fair. Lokal. Engagiert.
2. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euch ganz konkret?
Nachhaltigkeit im Eine-Welt-Laden geht über einzelne Produktmerkmale hinaus. Sie zeigt sich in langlebigen Materialien, in kreativem Einsatz von Alltagsgegenständen und in transparenten

Produktbeispiel Solarlampe
Handelsbeziehungen. Viele Produkte sind so gestaltet, dass sie lange genutzt werden und Ressourcen schonen.
Bei Lebensmitteln steht neben fairen Arbeitsbedingungen auch der Schutz von Umwelt und Natur im Fokus. Viele Produkte stammen aus biologischem Anbau. Wo Bio nicht möglich ist, wird dennoch darauf geachtet, dass Produktionsbedingungen so umweltschonend wie möglich sind.
3. Was würde fehlen, wenn es euer Engagement nicht gäbe?
Ohne den Weltladen würde ein Ort fehlen, an dem fairer Handel selbstverständlich praktiziert wird. Kundinnen und Kunden hätten keine verlässliche Anlaufstelle, an der sie gezielt fair gehandelte Produkte finden und gleichzeitig etwas über Hintergründe und globale Zusammenhänge lernen können.
Auch die Unterstützung sozialer Projekte würde entfallen. Die Überschüsse aus dem Verkauf werden gespendet und fließen in Projekte, die Menschen in Not oder Bildungsarbeit fördern. Weil das Team ehrenamtlich arbeitet, bleibt der Gewinn dort, wo er gebraucht wird.
4. Gibt es einen Moment, der zeigt, warum ihr das macht?
Es sind oft die kleinen Begegnungen im Alltag, die zeigen, warum dieses Engagement wichtig ist. Wenn Kundinnen und Kunden sich Zeit nehmen, nachfragen, ins Gespräch kommen oder sich bewusst bedanken, wird spürbar, dass fairer Handel mehr ist als ein Einkauf. Solche Momente machen deutlich, dass der Eine-Welt-Laden ein Ort der Begegnung ist.
5. Wie kann man euch unterstützen?
Der Eine Welt Laden lebt von Menschen, die bewusst einkaufen, sich informieren und fairen Handel weitertragen. Unterstützen kann man den Laden durch den Einkauf vor Ort, durch die Teilnahme an Aktionen oder durch ehrenamtliches Engagement.
Auch Gespräche, Weiterempfehlungen und Interesse an den Hintergründen tragen dazu bei, das Thema fairer Handel sichtbar zu machen und im Alltag zu verankern.
Adresse:
Weltladen Miesbach
Lebzelterberg 2
83714 Miesbach
Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag und Freitag: 09:00 – 12:30 Uhr und 15:00 – 18:00 Uhr
Mittwoch und Samstag: 09:00 – 12:30 Uhr
Kontakt:
Anneliese Bicherel – Tel: 08025 9977488 – E-Mail: ambicherel@t-online.de
Martina Reiner – Tel: 0151 40394224 – E-Mail: martina.reiner@t-online.de
gefördert durch


in Kooperation mit
unterstützt durch





























































